GET2KNOW our StartUps | Aortex
Wer steckt eigentlich hinter den Teams im aktuellen GATEWAY49-Batch? In unserer Reihe GET2KNOW our StartUps geben wir Einblicke in die StartUps unseres Accelerator-Programms – ihre Visionen, Technologien und die Menschen dahinter. Heute stellen wir Aortex und die Gründer Henry Stehle und Maximilian Dunker vor.
Ein Aortenaneurysma ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der sich die Hauptschlagader krankhaft erweitert. Für die Behandlung stehen heute unter anderem Stentprothesen zur Verfügung. Allerdings passen 30 bis 50 Prozent der Betroffenen nicht zu den verfügbaren Standardimplantaten. Aortex möchte diese Versorgungslücke schließen und entwickelt patientenindividuelle Stentprothesen aus ultradünnem Hochleistungsgewebe.
Wenn sich das Implantat dem Menschen anpasst
Für das Team steht dabei nicht allein die technologische Entwicklung im Mittelpunkt. Aortex verfolgt die Vision, dass die individuelle Anatomie eines Menschen nicht darüber entscheiden sollte, ob eine schonende Behandlung möglich ist.
„Ob ein Mensch schonend behandelt werden kann, sollte nicht vom Zufall der eigenen Anatomie abhängen. Vor allem Frauen bleibt wegen zu enger Gefäße oft nur die offene Operation am Bauchraum. Unsere Vision ist eine Versorgung, bei der sich das Implantat dem Menschen anpasst und nicht umgekehrt.“
Mit dieser Vision ist Aortex bei GATEWAY49 gestartet. Eine der größten Herausforderungen für das kleine Team war es, das eigene Netzwerk deutlich auszubauen und bessere Zugänge zu Kapitalgebern zu schaffen.
Das Programmbudget wurde deshalb gezielt für Geschäftsreisen eingesetzt. Daraus entstanden konkrete Kontakte zu potenziellen Partnern und Investor:innen. Gleichzeitig profitierte Aortex von der zusätzlichen Sichtbarkeit durch GATEWAY49 und vom Austausch mit anderen StartUps.
Die Kohorte als Netzwerk
Dabei war es für Aortex weniger eine einzelne Verbindung, die den entscheidenden Unterschied gemacht hat. Besonders wertvoll war vielmehr die Kohorte selbst und der offene Austausch mit anderen Gründer:innen.
„Der Austausch mit Gründerinnen und Gründern, die im gleichen Stadium mit ähnlichen Fragen ringen, hat uns bei Themen wie Finanzierungsstruktur und Verhandlungen mit Partnern mehr gebracht als jede allgemeine Beratung. Weil alle offen über das sprechen, was gerade nicht funktioniert, entstehen daraus Antworten, die man sonst nirgends bekommt.“
Gerade für ein junges DeepTech- und MedTech-Unternehmen können solche Erfahrungen entscheidend sein. Viele Herausforderungen lassen sich nicht allein durch theoretische Beratung lösen. Der direkte Austausch mit anderen Gründer:innen ermöglicht es, von konkreten Erfahrungen zu lernen und schneller fundierte Entscheidungen zu treffen.
Der nächste große Schritt: Präklinische Studie
Für die kommenden zwölf Monate hat sich Aortex ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Das Team möchte nachweisen, dass die eigene Technologie auch im lebenden Organismus funktioniert.
Dafür müssen mehrere wichtige Schritte zusammenkommen: die aktuell laufende Finanzierungsrunde, die Entwicklung der nächsten Generation der Implantate und der Start einer präklinischen Studie. Parallel soll auch das Patentportfolio durch weitere Anmeldungen ausgebaut werden.
„Das nächste große Ziel ist der Nachweis, dass unsere Technologie im lebenden Organismus funktioniert.“
Gerade im Bereich der Medizintechnik ist der Weg von einer technologischen Innovation bis zur Anwendung lang und mit zahlreichen regulatorischen und wissenschaftlichen Anforderungen verbunden. Für Aortex ist der präklinische Nachweis deshalb ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur späteren klinischen Anwendung.
Fokus statt voller Kalender
Auch anderen Gründer:innen in Schleswig-Holstein geben Henry Stehle und Maximilian Dunker einen sehr praxisnahen Ratschlag. Nicht jede Veranstaltung, jedes Programm und jeder Kontakt ist automatisch wertvoll – entscheidend ist, mit einem klaren Ziel in die jeweiligen Formate zu gehen.
„Rückblickend würden wir konsequenter entscheiden, wofür wir unsere Zeit einsetzen. Programme, Events und Netzwerkformate sind wertvoll, aber nur wenn man vorher weiß, was man daraus mitnehmen will, sonst füllen sie den Kalender ohne das Unternehmen voranzubringen.“
Dabei geht es auch um die Frage, welche Aufgaben ein StartUp tatsächlich selbst übernehmen sollte. Gerade für technisch geprägte Gründerteams kann es verlockend sein, möglichst viel selbst zu entwickeln.
Aortex hat dabei eine wichtige Lektion gelernt:
„Genauso wichtig ist die Frage selbst machen oder einkaufen, die gerade Ingenieuren schwerfällt. Wir haben zu oft selbst gebaut, wo Zukaufen uns viel Zeit gespart hätte.“
Aortex steht damit vor einer entscheidenden Phase: Mit der nächsten Generation der Implantate, der geplanten präklinischen Studie und der weiteren Finanzierung soll der nächste Beweis für die Technologie erbracht werden.
Wir freuen uns darauf, Aortex auf diesem Weg weiter zu begleiten und sind gespannt, wie patientenindividuelle Stentprothesen künftig dazu beitragen können, schonende Behandlungsmöglichkeiten für mehr Menschen zugänglich zu machen.











